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Die Geschichte der Norwegischen Waldkatze lässt auch heute noch viele Spuren ihrer Vergangenheit rätselhaft. Niemand kann genau sagen, wie lange sie bereits in den norwegischen Wäldern zu Hause ist, wann sie das erste Mal Erfahrung mit dem Menschen gesammelt hat. Fakt ist aber, dass es viele Sagen und Geschichten aus jungen Zeiten gibt, in denen diese Rasse erwähnt wird. Eines wissen wir aber genau, dass sie sich den ungemütlichen und kalten klimatischen Bedingungen weit oben im Norden sehr gut angepasst hat. In der altnordischen Mythologie zogen Norwegische Waldkatzen den Himmelswagen der Göttin Freya, welche die Gattin von Odon war. Sie galt als Sonnengöttin, Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit.
Fabeln und Märchen aus Norwegen belegen, dass es diese Katzenrasse bereits im 19. Jahrhundert gegeben haben muss. In Geschichten gibt es Hinweise auf koboldhafte und trollartige Zauberkatzen mit langen, buschigen Schwänzen und impulsanten Erscheinungsformen. Ebenso hat sich die Überlieferung erhalten, dass eine solche Katze zu groß war, als dass Gott Thor sie heben könnte. Von den Autoren Asbjomsen und Moe wird die Norwegische Waldkatze als Huldrekat (Katze mit dickem, buschigen Schwanz) bezeichnet. Auch der Autor Gabriel Scott schrieb im Jahre 1912 ein sehr bekanntes Kinderbuch mit dem Titel „Solvaks“ (übersetzt: Silberfell), worin „Solvaks“ die Hauptfigur spielt.
Der dänische Priester Peter Clausson Friees beschäftigte sich vor den Norwegischen Waldkatzen mit den norwegischen Luchsen und teilte diese in drei Kategorien ein: den Wolf-Luchs, den Fuchs-Luchs und den Katzen-Luchs. Die norwegischen Luchse und Norwegischen Waldkatzen weisen viele Ähnlichkeiten auf, woraufhin möglicherweise bereits damals schon die Rede von dieser Rasse war. Beide gingen in Seen und Bächen auf Fischfang und waren richtige Wasserratten. Ich kann ebenfalls bestätigen, dass meine Norweger Wasser lieben und gerne damit spielen. Eine Vermutung zur Entwicklung und Evolution der Norwegerkatzen besagt, dass Kurzhaarkatzen aus Mitteleuropa ins südliche Norwegen einwanderten und sich dadurch dem Klima mit der Zeit immer mehr anpassten. Den abgelegenen Meeresbuchten, Wäldern, Gebirgen, Schneemassen und Eisfeldern verdankt sie ihren kräftigen Körperbau. Da diese Gegenden sehr abgeschnitten lagen, war sie gezwungen sich anzupassen um ein Überleben zu sichern. Das lange wasserabweisende Deckhaar bietet auch bei Minusgraden perfekten Schutz vor Regen und Schnee. Darunter trägt sie eine sehr feste wärmende Unterwolle die sie warm hält. An den Pfoten trägt sie sehr große und dichte Haarbüschel um das Laufen über große Schneemassen zu vereinfachen. Diese Büschel bieten den Vorteil, dass sich Schnee, Steine oder Holzstücke nicht in den Pfoten festtreten. Auch die Gefahr vor kalten „Füßen“ und Entzündungen sinkt. Der kräftige Knochenbau und die extrem starken Hinterbeine entwickelten sich dadurch, dass diese Katzenrasse ursprünglich selbst auf die Jagd ging und nicht die Hilfe von uns Dosenöffnern besaß. Dieser körperliche Vorteil ermöglicht geschicktes Klettern, Springen und Fangen. Die Frage nach dem ausgeprägten langem Fell bleibt trotz vieler Theorien immer noch offen. Eine Theorie ist, dass normannische Seeleute aus Anatolien und dem Kaukasus ihre Katzen über den Seeweg nach Norwegen brachten, woraufhin sich die heimische Rasse aus Norwegen mit denen der Seefahrer paarte. Die daraus entstandene Katzenart würde demnach die Norwegische Waldkatze sein. Da die Norweger viele äußerliche Gemeinsamkeiten mit der „Main Coon“ besitzen, wird dieser Theorie sehr viel Beachtung geschenkt, ob dies allerdings der wirkliche Grund für das ausgesprochen schöne Fell ist sei dahingestellt. Bereits 1930 diskutierte man über die Anerkennung der „Trollkatze“ als Rassekatze. Der 2. Weltkrieg brachte diese Überlegung jedoch zum Stillstand. Um 1950 – 1960 herum wurden weitere Bemühungen gestartet. 1963, zeitgleich mit der Gründung der NRR (Norsk Rasekattllubbers Riksfordbund) wurde die Anerkennung der Norwegischen Waldkatze offiziell, was der größte Traum von Carl-Frederik Nordane, dem Präsidenten des NRR. Der Züchterrat des NRR besichtigte 1973 zwei Jungtiere in Oslo bei Else und Egil Nylund. Der dort vorgefundene braun-weiß-getigerte Kater mit dem Namen „Truls“ entpuppte sich als wahres Prachtexemplar und wurde schließlich zum Prototyp der Norwegischen Waldkatze (Norsk Skogkatt).
Pan's Truls - der Prototyp der Rasse Norwegische Waldkatze
In den Siebziger Jahren
entwickelten sich die ersten Unternehmungen in der Zucht, um die
Ursprünglichkeit der Rasse erhalten zu können, wodurch 1975
der Verband der Norwegischen Waldkatze „Norsk Skogkattring“
gegründet wurde. In diesem Jahr erhielt der prächtige Kater
„Pans Truls“ den vollen Zertifikatsstatus der FIFE –
immerhin ist er der Stammvater dieser Rasse.
Ankunft nach der FIFé Generalversammlung am Flughafen Oslo. Von links: Edel Runås, Arvid Engh, Freddy Nordane mit "Truls" Egil Nylund, Ernst Sternesrød und Helén Nordane.
Seitdem hat sich der Standart der Norwegischen Waldkatze kaum verändert. Norweger werden in erster Linie nach Aussehen und Typ beurteilt. Den FiFe Rassestandard finden Sie hier. |
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